Endlich ein Walhai!

Thailand: Similan-Inseln und Richelieu-Rock




Palm Garden Resort Khao Lak Tauchbasis Sea Bees Khao Lak

Mitte März war die Zeit des Wartens auf den nächsten Tauchurlaub endlich vorbei. Dieses Mal ging es wieder einmal nach Thailand, und zwar nach Khao Lak, um von dort einige Tagesfahrten zu den Similans und eine Safari zum Richelieu Rock zu unternehmen. Gebucht hatten wir am Sea Bees-Stand auf der Boot in Düsseldorf.
Per Nachtflug ging es mit Lufthansa von Frankfurt nach Singapore, wo wir in einen Silk- Air-Flieger umstiegen und eineinhalb Stunden später gegen 19.30 Uhr Ortszeit auf Phuket landeten. Dort wurden wir von einem Sea Bees-Fahrer abgeholt und ins Palm-Garden-Resort nach Khao Lak gebracht, wo wir etwa 2 Stunden später eintrafen.
Das Resort liegt etwas nördlich von Khao Lak und umfasst 12 Doppel-Bungalows, die um einen liebevoll gestalteten Pool angeordnet sind. Zum Resort gehören außerdem das See Beas-Office und ein Restaurant mit (vom Schärfegrad gemäßigter) thailändischer und internationaler Küche. Die Zimmer sind geräumig, komfortabel und sauber.

Bang Niang-Beach Wiederaufbau am Bang Niang Beach

Am nächsten Tag checkten wir in der Tauchbasis ein und erkundeten zunächst einmal die Umgebung. Das Resort lag deutlich weiter entfernt vom Strand als gedacht. Der nächste Strand ist der noch etwas weiter nördlich gelegene Bang Niang Beach. Man läuft vom Resort zunächst zurück zur Hauptstraße, biegt dann nach rechts Richtung Bang Niang ab, erreicht nach etwa 10 Minuten den 24 Stunden geöffneten 7/11, hinter dem man nach links abbiegt und nach etwa weiteren 20 Minuten immer geradeaus den Strand erreicht. (Alternativ kann man natürlich auch ein Taxi nehmen. Die Fahrt zum Strand kostet genau wie die Fahrt in die andere Richtung nach Khao Lak 100 Baht, entsprechend gut 2 Euro. Der Fahrpreis sollte vor Fahrtantritt ausgehandelt werden.) Am Strand hielten wir uns rechts und verbrachten vor dem Coconut Grove, einem sehr zu empfehlenden einfachen Restaurant, unseren ersten Tag mit Faulenzen und Schwimmen.

Tsunami-Warnschilder und gestrandetes Polizeiboot

Gegenüber dem 7/11 liegt übrigens auch das durch den Tsunami vor 2 Jahren dorthin gespülte Polizeiboot. Wenn man sich vorstellt, dass der Weg zum Strand von dort aus zu Fuß 20 Minuten dauert, kann man sich ausmalen, welch ungeheures Ausmaß die Katastrophe gehabt haben muss. Auf dem Weg zum Strand stehen kleine blaue Säulen, die den Pegelstand des Wassers am 26.12.04 angeben, und überall sieht man Schilder, die erklären, ob man sich in einem Tsunami-gefährdeten Bereich oder in einer sicheren Zone befindet und wie man ggf. eine sichere Zone erreicht. Von den Folgen des Tsunami sieht man an und für sich nicht mehr viel. Es wird viel gebaut, viele der neuen Resorts sind noch nicht fertig gestellt.

Der Hafen Tap Lamu

Am nächsten Tag gingen wir endlich tauchen. Um 8.10 Uhr wurden wir von einem Fahrer am Resort abgeholt und zum Hafen Tap Lamu gebracht. Die Fahrt durch Khao Lak dauert etwa 20 min. Erstaunt war ich, wie sehr sich Khao Lak verändert hat. Sechs Jahre zuvor hatte ich den Ort schon einmal besucht. Damals gab es lediglich einige Tauchbasen, Resorts, Schneider, einen kleinen Supermarkt und die Tarzan-Bar. Inzwischen war der Ort förmlich explodiert. Die Straße durch den Ort ist in beiden Richtungen dreispurig, und hätte sich nicht die kleine Tarzan-Bar zwischen den vielen Läden versteckt, ich hätte Khao Lak nicht wiedererkannt. Der Ort selbst wurde übrigens durch den Tsunami wohl kaum getroffen, da er größtenteils deutlich höher am Fuße der Berge liegt.
Im Hafen erwartete uns schon die Stingray, ein knallgelber, sehr schnittig aussehender Motor-Katamaran. Einen kleinen Schreck bekam ich beim Blick auf die Tafel mit der Gruppeneinteilung der Taucher, standen doch ohne Guides mehr als 30 Namen auf der Liste. Zu meiner Erleichterung ging aber trotz der für meinen Geschmack viel zu großen Anzahl an Gästen das Tauchen ganz entspannt vonstatten. Getaucht wurde immer in Gruppen von 2-4 Gästen plus Guide, und die Gruppen sprangen immer etwas zeitversetzt ins Wasser. So gab es auch beim Aufrödeln kein Gedränge, und dadurch, dass immer Plätze angefahren wurden, an denen keine anderen Boote lagen, begegnete man auch unter Wasser nur selten anderen Tauchern.

Die Stingray, das Tagesausfahrtsboot zu den Similans

Die Fahrt zu den Similans dauerte etwa 2 1/2 Stunden, der erste Tauchgang begann meist zwischen 11.30 und 12.00. Nach einer Oberflächenpause von gut einer Stunde mit einem reichhaltigen, abwechselungsreichen Lunch folgte der zweite Tauchgang gegen 14.00 Uhr. (Außer dem Lunch gab es auch Frühstück und einen Snack nach dem zweiten Tauchgang sowie kostenlos Wasser. Softdrinks kosteten 30 Baht.) Tap Lamu erreichten wir in der Regel wieder gegen 18.00, so dass wir um etwa 18.30 wieder im Resort waren.
Die Tauchgänge an den Similans blieben allerdings hinter meinen Erwartungen etwas zurück. Es gab zwar reichlich Nacktschnecken verschiedenster Couleur, und schon am ersten Tag schwamm ein Manta an uns vorbei, aber die Riffe waren in einem deutlich schlechteren Zustand als 6 Jahre zuvor. Deutlich besser gefielen mir Ko Bon, eine Inselgruppe etwas nördlich von den Similans, die auch noch zum Similan-National-Park gehört und regelmäßig anstelle der Similans sonntags und mittwochs angefahren wird, und das Boonsung-Wrack, ein Zinnbagger-Wrack nahe der Festlandsküste nördlich von Khao Lak, das alternativ mit einem kleineren Boot, der Runaway, die maximal 12 Gäste aufnimmt, dienstags, donerstags und samstags angefahren wird. Ko Bon fuhren wir mit der Stingray zwei Mal an, und beide Male wurden wir am Ko Bon Pinnacle von mehreren Mantas umkreist. Leider war die Sicht sehr schlecht, so dass das Fotografieren keine sonderlich guten Resultate lieferte. In der Mittagspause schwammen regelmäßig mehrere Mantas um unser Boot und vollführten Kunststücke. Den zweiten Tauchgang machten wir am Ko Bon West Ridge, einem schön bewachsenen Riff, wo uns wiederum Mantas begegneten, aber auch Schwarzpunkt-Stechrochen, Leopardenhaien und Seeschlangen.

Ko Similan

Auf jeden Fall einen Tag Wert ist das Boonsung-Wrack. Hier ist die Sicht leider oft sehr schlecht (beim Abtauchen am Seil sah ich öfter meinen direkt über mir tauchenden Buddy nicht mehr und fühlte mich an deutsche Seen erinnert, aber zum Glück klarte es in 19 m, wo das Wrack liegt, wieder auf). Das Wrack selbst, ein versenkter Zinnbagger, der durch den Tsunami in 5 Teile zerlegt wurde, ist nicht sonderlich interessant und aufgrund der mäßigen Sicht ohnehin kaum in Gänze zu bewundern. Um das Wrack herum aber gibt es dichte Schwärme unzähliger junger Barrakudas und anderer Schwarmfische, und auf dem Boden tummeln sich unter anderem Steinfische, Platt- und Drachenköpfe. An einer Stelle entdeckten wir 8 Weißaugenmuränen in einem Areal nicht größer als 1 mē, und über das Wrack turnte in der Mittagszeit eine riesige Languste. Bei den Tauchgängen am Zinnbagger-Wrack rentiert sich der Einsatz von Nitrox, das auf der Runaway wie auf der Stingray gegen Aufpreis erhältlich ist, da man ansonsten beim 2. Tauchgang trotz der geringen Tiefe schneller als erwartet das Ende der Nullzeit erreicht, weil man quasi den gesamten Tauchgang in einer Tiefe von 19m verbringt und nicht in einem flacheren Teil austauchen kann.
Insgesamt waren unsere Tagesfahrten ein rundes Programm. Wir fuhren in 8 Tagen 5 mal auf die Similans, 2 mal nach Ko Bon und einmal zum Zinnbagger-Wrack. Was uns nicht ganz so gut gefiel, war, dass unser Guide jeden Tag wechselte. Als Fotograf ist es ohnehin nicht einfach, in einer Gruppe zu tauchen, und jeden Tag einen neuen Guide zu bekommen, macht die Sache nicht besser. Dennoch bekamen wir trotz unserer Bitte, mit demselben Guide weitertauchen zu dürfen, nicht nur täglich einen neuen Guide, sondern es wurden sogar die Gruppen jeden Tag neu zusammengestellt.

Das Tauchsafariboot Genesis

Nach einem weiteren tauchfreien Tag startete unsere Safari zum Richelieu Rock auf der Genesis. Das Boot ist zwar alt, hat aber seinen eigenen Charme und für 12 Gäste ausreichend Platz. Abstriche machen muss man beim Komfort: die Kabinen sind zwar einzeln klimatisiert, was bei der fehlenden Möglichkeit, die Fenster zu öffnen, allerdings auch ein Muss ist, aber so klein, dass man neben den Etagenbetten gerade eben stehen kann. Für die 12 Gäste gibt es ein WC, ein WC mit Dusche und eine separate Dusche. Das Essen ist reichhaltig und war zum Lunch immer landestypisch und sehr schmackhaft. Die abendlichen Versuchen, international zu kochen, waren aus meiner Sicht nicht von Erfolg gekrönt und eher überflüssig auf einer Tauchsafari. Dafür hätte ich mir mehr frischen Fisch gewünscht, der leider nie auf den Tisch kam. Auf der Genesis gibt es Nitrox for free.

Seepferdchen am Richelieu Rock

Unsere Safari dauerte 3 Tage. Am ersten Tag machten wir 3 Tauchgänge an Ko Tachai und Ko Surin, am zweiten Tag 4 Tauchgänge am Riechelieu Rock und Ko Tachai und am dritten Tag 3 Tauchgänge an Ko Tachai und Ko Bon. Der Start an Ko Tachai war vielversprechend, sahen wir bei beiden Tauchgängen hier wieder die geliebten Mantas. Große Erwartungen hatten wir am 2. Tag bei unseren drei Tauchgängen am Richelieu Rock. Nach 15 Jahren Tauchen hatte ich noch immer keinen Walhai gesehen, und bekanntermaßen ist der Richelieu Rock ein Platz, an dem Begegnungen mit diesen "sanften Riesen" möglich sind. Noch dazu hatten die Gäste der Vorwoche am Richelieu Rock einen Walhai gesehen, und auch einem Freund aus meinem Tauchclub war es einige Wochen zuvor so ergangen. Also hielten sich die Tiere hoffentlich noch in der Nähe auf. In einen kleinen Gewissenskonflikt kam ich mit der Frage nach dem Objektiv. Ich tendierte in der Hoffnung auf einen Walhai natürlich zum Weitwinkel, während der Guide mir auf jeden Fall das Makro nahelegte, da es z.B. Seepferdchen geben sollte. Schließlich entschied ich mich für das Makro, da auch die Sicht wieder nicht so gut sein sollte. Die Entscheidung erwies sich als richtig, denn bei den beiden ersten Tauchgängen fanden wir u.a. je ein Seepferdchen und einen Geisterpfeifenfisch und diverse Fangschreckenkrebse, leider aber keinen Walhai. Dafür passierte beim Frühstück zwischen den beiden Tauchgängen ein Minkwal das Riff. Beim dritten Tauchgang fanden wir zwar einen riesigen Ammenhai in einer Höhle, aber wieder nicht den ersehnten Walhai. So verließen wir den Richelieu Rock am Nachmittag mit meiner Mischung aus Begeisterung über 3 tolle Tauchgänge und Enttäuschung, dass es wieder einmal nicht hatte sollen sein. Den Nachttauchgang machten wir an Ko Tachai.

Walhai am Ko Tachai Pinnacle

Am Ko Tachai Pinnacle fand auch der Early Morning Dive am nächsten Tag statt. Ich hatte das Weitwinkel-Objektiv dabei, da ich noch ein paar Landschaftsaufnahmen machen wollte. Nach einer Weile schwamm ein Leopardenhai vorbei, und gegen Ende des Tauchgangs gesellten sich zwei Mantas zu uns. Als diese sich in Richtung einer anderen Tauchgruppe entfernten, folgte ich ihnen. Plötzlich tauchte hinter den Mantas wie aus dem Nichts ein großer Hai auf, den ich erst beim Näherkommen als Walhai identifizieren konnte. Damit hatte ich nun wirklich nicht mehr gerechnet. Der Walhai schwamm direkt über mich hinweg und war so langsam, dass ich eine Weile neben ihm schwimmen und dank des "richtigen" Objektivs sogar einige schöne Bilder machen konnte. Es war ein kleiner Walhai, vielleicht 4 m lang, aber es war ein echter Walhai, und zum Greifen nah. Ich war begeistert!
Auf dem Weg nach Ko Bon begleiteten uns an der Oberfläche zwei Delphine. Alle an Bord hatten den Walhai gesehen und schwebtem im 7. Himmel. Am Nachmittag des nächsten Tages war der Urlaub leider vorbei, und wir traten den Rückweg zum Flughafen auf Phuket an.

Werfen Sie einen Blick auf die Bilder von den Similan-Inseln und dem Richelieu Rock. 2003 hatte ich bereits einen Trip nach Thailand unternommen und Bilder an den Ko Lanta vorgelagerten Riffen gemacht.

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