Ko Lanta 2010 - Vorsaison




Blick vom Balkon unseres Bungalows im Lanta Marine Park View Resort

Ende Oktober machte sich wie jedes Jahr ein Teil des Tauchvereins „Die Seepferdchen“ auf in den gemeinsamen Tauchurlaub. Als Reiseziel wurde der Süden Ko Lantas ausgewählt, den zwei Seepferdchen bereits im Vorjahr auf eigene Faust erkundet hatten.
Die etwa 16-stündige Anreise mit Thai Airways über Bangkok nach Krabi und der anschließende etwa 2 ½-stündige Bustransfer zogen sich etwas, aber endlich im Lanta Marine Park View Resort in der Kantiang Bay angekommen, wurden wir mit einem traumhaften Blick über die Bucht und das Meer entschädigt.
Die erste Ernüchterung kam nach dem Einchecken in der Tauchbasis Scubafish, wo wir schon vom Kim und Ops, unserem Diveguide für die nächsten zwei Wochen, erwartet wurden. Unsere „Reiseleiter“, die das Resort und die Basis im Vorjahr ausgekundschaftet hatten (und noch nicht vor Ort waren, da sie erst zwei Tage später ab München anreisen würden), hatten uns von entspannten Ausfahrten gleich aus der Bucht gegen 9.00 Uhr erzählt.

Jetty in Lanta Old Town
Die Moskito, das Boot für Tagesausfahrten

Was Ops uns nun nach dem Basis-Briefing erzählte, klang etwas anders: „7.11 at the seven eleven“. Was wir zunächst für ein witziges Wortspiel hielten, entpuppte sich leider nach mehrfacher Nachfrage als ernst. Aufgrund der Wetterverhältnisse könne der Kapitän die Bucht nicht sicher anlaufen, und es müsse ein Bustransfer (von 30-60 min Dauer) nach Lanta Old Town (auf der anderen, dem Festland zugewandten Seite der Insel) erfolgen, wodurch sich auch die Bootsfahrt zu den vorgelagerten Tauchplätzen von einer auf zwei Stunden erhöhen würde, da Ko Lanta selbst erst umfahren werden müsse. Daher der frühe Start, sonst sei man nachmittags viel zu spät wieder im Resort. Vorsaison!

Die nächste Enttäuschung war, das aufgrund der saisonalen Wetterlage die entfernter gelegenen Tauchplätze wie Hin Daeng und Hin Muang gar nicht würden angefahren werden können. Ein weiterer Tribut an die Vor-Saison. Die Reisezeit war übrigens auf Wunsch insbesondere eines Vereinsmitgliedes, das nicht so nahe an der Weihnachtszeit verreisen wollte, in diese für die Andamen-See ungünstige Reisezeit gelegt worden. ;-)

Am nächsten Morgen machten wir mit noch recht verschlafenen Gesichtern gute Miene zum bösen Spiel und ließen uns etwa 45 min von Resort zu Resort, um weitere Tauchgäste einzusammeln, in den Old Harbour von Lanta Old Town kutschieren, von wo wir mit der Moskito Richtung Ko Ha, einer Inselgruppe aus sechs kleinen Inseln, in See stachen.

Ko Ha 2,3 und 4 von Osten her gesehen Blick von Ko Lanta nach Ko Ha bei Sonnenuntergang

Dort erwartete uns die nächste unerfreuliche Überraschung (die nun allerdings nicht mehr saisonal bedingt war). Zwar hatten wir schon im Frühjahr von einer Korallenbleiche und dem Sterben von Riffen in Thailand gehört, hatten aber beschlossen, uns selbst ein Bild zu machen, nachdem wir über das Internet und aus persönlichen Berichten den Eindruck gewonnen hatten, dass es so schlimm nicht sein würde. Leider war es aber schlimmer als erwartet. Die Hartkorallen hatte es schwer getroffen, ganze Felder von Geweihkorallen glichen von Sediment bedeckten Friedhöfen. Auch Schwämme und zum Teil sogar Seeanemonen waren von der Korallenbleiche betroffen, lediglich die Weichkorallen hatten es größtenteils unbeschadet überstanden.

Abgestorbenes Feld von Acropora-Hartkorallen an Ko Bida

Dies hatte offenbar auch Einfluss auf das Vorkommen von Großfischen und Schildkröten. Wir sahen in den zwei Wochen unseres Tauchurlaubs nicht einen Hai und auch nur einen kleinen Stechrochen und eine kleine Schildkröte. Dies war mein dritter Urlaub auf Ko Lanta, und aus früheren Jahren war ich es gewohnt, regelmäßig auf Leopardenhaie und gelegentlich auf Schwarzspitzenriffhaie und Ammenhaie zu treffen, aber dieses Jahr: komplette Fehlanzeige! Nachdem wir einige Tage an Ko Ha getaucht waren, fuhren wir dann endlich zur Abwechslung nach Ko Bida in der Nähe von Ko Phi Phi, in meiner Erinnerung eine Region mit Leopardenhai-Grarantie, doch auch hier wurden wir enttäuscht. Lediglich die Folgen der Korallenbleiche waren hier noch deutlicher. Ein Abstecher nach Ko Rok konnte die Hai-Quote ebensowenig erhöhen, doch schienen hier die Hartkorallen weniger stark von der Korallenbleiche betroffen zu sein.

Ob es sich bei der Korallenbleiche um ein lokales Phänomen handelt und was die Ursachen sind, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen. Ein sehr anschauliches Video bringt als Ursache die Gewässerverschmutzung in der Region um Krabi ins Spiel.

Der Kamin an Ko Ha 1 Gelbes Seepferdchen an Ko Ha 1

Natürlich waren die Tauchgänge trotzdem nicht nur schlecht. Wir betauchten den Kamin an Ko Ha 1 und fanden in der Nähe ein gelbes Seepferdchen, worüber sich natürlich gerade die Mitglieder unseres Vereins, die noch nie eines gesehen hatten, sehr freuten. Interessant ist, dass auch ich an genau derselben Stelle vor 7 Jahren mein erstes Seepferdchen, ebenfalls ein gelbes, gesehen hatte. Wie alt werden eigentlich Seepferdchen? (In der Natur wohl ein bis vier Jahre, war also wohl doch ein anderes.) An Ko Ha 5 betauchten wir mehrfach die Kathedrale. Am Eingang zur selbigen saß in einer Höhle eine Harlekin-Garnele, eine Spezies, die weit oben auf meiner Wunschliste noch nicht gesehener Arten gestanden hatte.

Nach zwei Tagen tauchten auch unsere noch fehlenden Seepferdchen aus München auf, so dass unsere Gruppe nun komplett war.

Die Kathedrale an Ko Ha 5

Nach vier Tagen besserte sich zum Glück das Wetter, so dass zwar weiterhin keine Ausfahrten zu entlegeneren Plätzen möglich waren, aber immerhin die lästigen Bustouren und Inselumrundungen entfielen. Nun starteten wir tatsächlich in der Kantiang Bay und waren in gut einer Stunde an Ko Ha. An dieser Stelle möchte ich auch einmal Saffron und ihr Team von der Tauchbasis Scubafish loben, die das Tauchen wunderbar organisierten. Insbesondere unser Guide Ops erwies sich nicht nur unter Wasser, sondern auch an Land als hervorragender Vertreter seiner Art und Organisationstalent obendrein. Danke!

Harlekin-Garnele an Ko Ha 5

Leider war die Wetterbesserung nicht von Dauer. Nach weiteren zwei Tagen zog ein Sturm auf, der uns zwar keine neuerlichen Busfahrten, dafür aber komplettes Tauchfrei bescherte, da keine Boote mehr hinaus fuhren. (Hatte ich das mit der Vorsaison eigentlich schon erwähnt?) Es folgten drei Tage Landregen, wie ich ihn eher von zuhause kannte, und immer wieder Ausfälle der Wasser- und/oder Stromversorgung. Nach drei Tagen war der Frust so groß, dass Ops und ich einen eineinhalbstündigen Verzweifelungstauchgang in der Kantiang Bay machten, der aber eher Baggersee-Qualität hatte.

Halloween in der Why Not Bar

Immerhin fiel diese Schlechtwetterperiode auf Halloween, so dass wir uns an diesen Tagen völlig ungestört dem Après Dive wirdmen konnten. Halloween wird auf Ko Lanta sehr groß geschrieben, und wir verbrachten, nachdem wir uns im Drunken Sailors kostümiert hatten (der Stromausfall kam pünktlich, als wir gerade damit fertig waren), einen weiteren chilligen Abend in der Why Not Bar, wo Jord mit seiner Band an diesem Abend Unterstützung von der Jellyfish Band hatte. Zunächst wurde notgedrungen nur auf akustischen Instrumenten gespielt. Trotzdem war Job 2 Do´s heimliche Thailand-Hymne "Do ter tam" wie immer ein Kracher. Als um 2.00 der Strom wieder funktionierte, ging es erst richtig los, und nach Hause wollte lange noch niemand. Natürlich durfte auch die allabendliche Fire Show nicht fehlen.

Fire Show am Kantaing Beach vor der Why Not Bar

Zwei schöne Tauchtage blieben uns schließlich noch, als das Sturmtief endlich abgezogen war. Trotz allem hatte uns der Urlaub sehr viel Spaß gemacht. Zwei Seepferdchen werden bereits im Januar in die Kantiang Bay zurück kehren, ein weiteres Ende Februar.

Und nun werfen Sie einen Blick auf die Bilder von Ko Lanta 2010.
Auf meinen Seiten finden Sie auch Bilder von einer früheren Reise nach Ko Lanta. Diese Bilder entstanden 2003 und sind die ersten, die ich mit meiner Nikon D 100 gemacht habe.

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