St. Johns 2008 mit dem TSC Seepferdchen

Ägypten's Süden




Die MV Dreams in der Morgendämmerung

Vom 21.4. bis 28.4.08 ging es mit dem Tauchclub "Die Seepferdchen" nach 2004 wieder mal nach Ägypten. Dieses Mal hatten wir uns für eine Tauchsafari entschieden. Mit Condor flogen wir in aller Frühe von Frankfurt nach München und von dort weiter nach Marsa Alam, wo wir gegen Mittag landeten. Dort traf unsere Gruppe auch auf die andere Tauchgruppe, die mit uns die MV Dreams auf dem einwöchigen Törn zu den St.-Johns-Riffen teilen sollte. Leider war von drei der sechs Jungs aus Bamberg das Gepäck aus unerfindlichen Gründen von München nicht befördert worden, ein Schicksal, das sie mit insgesamt 56 weiteren Passagieren teilten, und das auch für uns erhebliche Verzögerungen bedeutete. Bis nämlich alle 56 Passagiere und somit auch unsere drei Mitreisenden am Flughafen die erforderlichen Formulare ausgefüllt hatten, wozu offenbar nur ein Flughafenmitarbeiter in der Lage war, gingen einige Stunden ins Land. Und auch danach wurde unsere Geduld auf eine harte Probe gestellt, denn um die Safari am nächsten Tag planmäßig starten zu können, mussten Ersatz-Tauchausrüstungen beschafft werden. Mit einem Eintreffen des verloren gegangenen Gepäcks am Folgetag war nicht zu rechnen. So fuhren wir anstelle des Hafens in Marsa Alam zunächst eine nahegelegene Tauchbasis an, wo drei Tauchausrüstungen geliehen wurden. Bis alle eine passende Ausrüstung hatten und die Formalitäten erledigt waren, vergingen auch hier nochmals mehrere Stunden. Die MV Dreams erreichten wir gegen 19.00 Uhr.

Moschee von Marsa Alam

Hier wurden wir bereits sehnsüchtig von unseren beiden Diveguides, der Russin Marina und dem Ägypter Hani erwartet. Beide sprachen hervorragendes Englisch, und wir hatten die ganze Woche mit Ihnen viel Spaß und wurden ganz nebenbei auch noch über wie unter Wasser hervorragend betreut.

TSC Die Seepferdchen beim Sicherheitsstopp

Nach dem Auspacken des vorhandenen Gepäcks gab es ein Dinner, das in uns bereits Vorfreude auf die weiteren Mahlzeiten weckte, und wir wurden nicht enttäuscht. Das Essen war immer abwechslungsreich, es wiederholte sich nicht einmal (mit Ausnahme des Frühstücks, wo es zum Glück jeden Tag u.a. die köstlichen kleinen Pfannkuchen gab). Nach dem Nachmittagstauchgang gab es regelmäßig frisches Gebäck, und oft wurden wir nach den Tauchgängen auch mit Milkshakes oder alkoholfreien Cocktails überrascht. Überhaupt war auch die Crew sehr freundlich und immer hilfsbereit. Nach dem Abendessen war für drei der Bamberger nochmals Shopping angesagt, wollten sie nicht die ganze Woche nur Neopren oder das, was sie gerade am Leib hatten, tragen. Also gab es noch einen kleinen Abstecher nach Downtown Marsa Alam.
Eine kleine Diskussion gab es noch wegen des Tauchens mit Nitrox an Bord der MV Dreams. Während auf der Internetseite der Aufpreis für Nitrox für die gesamte Woche mit 60 US-Dollar beziffert wurde, veranschlagte man vor Ort für ein 12er-Paket 60 Euro, also bei 20 Tauchgängen etwa das Doppelte.

Fahrtroute der MV Dreams

Pünktlich ging es am nächsten Tag los. Zur Eingewöhnung machten wir einen Tauchgang an Sha’ab Marsa Alam, einem eher unspektakulären typischen "Check Dive-Platz". Von dort ging es weiter nach Sha’ab Sharm, wo wir einen schönen Drift-Tauchgang machten. Weitere Tauchgänge standen für den ersten Tauchgang nicht auf dem Plan. Stattdessen fuhren wir den Rast des Tages und die Nacht hindurch Richtung Süden und erreichten am Mittwoch gegen 4.00 Uhr in der Frühe das Gebiet von St. Johns.

Von nun an standen täglich vier Tauchgänge auf dem Programm. Gespannt sahen wir dem ersten Early Morning Dive entgegen. Die Erwartungen waren hoch, Hammerhaie zu sehen. Leider begegneten uns in den zwei Tagen, die wir an den Riffen von St. Johns tauchten, aber nur sporadisch Weißspitzen- und Graue Riffhaie. Einmal umkreiste während des Briefings ein Longimanus das Boot, woraufhin die Mehrzahl der Taucher nicht schnell genug ins Wasser kommen konnte, während einige wenige sich unsicher wurden, ob sie überhaupt tauchen wollten... Einer der schönsten Tauchgänge für mich war der an den St. Johns Caves, einem verzweigten System aus Canyons, in dem die Sonnenstrahlen traumhafte Lichtspiele auf den Sandboden zauberten.

Spanische Tänzerin

Am Freitag ging es bereits wieder zurück Richtung Norden, und wir betauchten die Fury Shoals. Wie auch an den St. Johns Riffen erlebten wir hier wunderschöne intakte Riffe, die wir aufgrund der Jahreszeit praktisch für uns alleine hatten. Etwas skeptisch waren wir schon gewesen, ob es nicht Ende April unter Wasser und abends noch etwas frisch sein würde, aber die Wassertemperaturen lagen im Süden an den St. Johns Riffen um die 26°C und weiter nördlich bei Marsa Alam um 24°C, und selbst abends war kurze Bekleidung noch ausreichend. Das Meer lag von Dienstag bis Samstag nahezu spiegelglatt da, so dass man fast den Eindruck hatte, über einen See zu fahren, und mit schöner Regelmäßigkeit zeigten sich Große Tümmler oder Spinner-Delphine auf den Bugwellen der MV Dreams.
In schöner Erinnerung werden mir die beiden letzten Nachttauchgänge bleiben, bei denen wir, nachdem ich über 10 Jahre nicht mehr das Glück gehabt hatte, gleich drei Spanische Tänzerinnen entdeckten, die im Schein unserer Tauchlampen wie große rote Laternen im Riff leuchteten. Für meine Begriffe schon fast zu luxuriös für eine Tauchsafari war es, nach den Nachttauchgängen in einen der für jeden Gast an Bord bereit gelegten Bademäntel zu schlüpfen.

Ein Teil der Spinner-Delphinschule

Nach unseren mehr oder weniger Hai-freien Tauchgängen knüpften wir große Erwartungen an den Sonntag, der uns nach Elphinstone brachte. Nachdem sich die Hammerhaie an den St. Johns Riffen nicht hatten blicken lassen, hofften wir hier auf Kameraden des an St. Johns gesichteten Longimanus zu treffen. Der zweite Tauchgang des Tages führte uns an Elphinstones Nordplateau, das sich trotz der Erreichbarkeit für Tagesfahrten und des deutlich höheren Aufkommens an Tauchern weiterhin in üppiger Pracht zeigte. Haie tauchten allerdings nicht auf. Für den dritten Tauchgang des Tages nahmen wir uns das Südplateau vor, das ebenso schön von Weichkorallen bewachsen ist und vor Leben nur so brodelte. Um dem Glück etwas nachzuhelfen und die Chance auf einen Longimanus etwas zu erhöhen, beschlossen wir, gegen Ende des Tauchganges auf etwa 10 m etwas vom Riff weg in Richtung unter die Boote zu schwimmen. Und wir wurden belohnt, nicht durch den erhofften Hochsee-Hai, sondern durch eine Schule Spinner-Delphine von etwa 25 Exemplaren, die sich schon fast eine Minute vorher durch ihre hohen Pfeiftöne angekündigt hatte und schließlich direkt vor uns vorbeizog. Vergessen war der Longimanus.
Die dadurch erzeugte Endorphin-Ausschüttung und der über die letzten Tage akkumulierte Stickstoff trugen sicher die Schuld daran, dass beim Briefing für den Nachttauchgang plötzlich ein "Longimaus"-Fisch auf dem Whiteboard auftauchte und auch ansonsten allerlei Unsinn geplant, aber natürlich nicht in die Tat umgesetzt wurde.

Betrieb auf der Tauchplattform

Den letzten Tauchtag begannen wir nochmals mit einem Early-Morning-Dive an Elphinstones Nordplateau – Hai-technisch abgesehen von einem vorbeiziehenden Grauen Riffhai Fehlanzeige. Dafür hatte sich das Wetter geändert. Der Weg vom Südplateau, wo die Dreams festgemacht hatte, mit dem Zodiac entlang der Osteseite zum Nordplateau hatte sich schon arg in die Länge gezogen, und die Dreams schaukelte beim Frühstück an ihren Leinen doch ziemlich, so dass das Frühstück erstaunlicherweise ausgerechnet einigen der zur fliegenden Zunft gehörenden Seepferdchen nicht nicht so recht munden wollte. Den Abschlusstauchgang machten wir dort, wo wir die Safari begonnen hatten, nämlich an Sha’ab Marsa Alam. Der Tauchgang war zwar bis auf einen sehr fotogenen Krokodilfisch alles andere als spektakulär, doch dafür regnete es, und das hatte ich in 10 Jahren Ägypten bis dato noch nicht erlebt. Die Ägypter freuten sich, und uns fiel der Abschied nicht ganz so schwer.
Eigentlich hatten wir gehofft, dem Dugong an Abu Marsa Alam einen Besuch abstatten zu können, doch unser Guide klärte uns auf, dass das Anfahren des Riffes Safaribooten untersagt und nur Tauchgänge von Land aus möglich seien.
Am nächsten Morgen wurden wir noch früher als üblich geweckt, denn schon um 6.00 fuhr unser Shuttle nach Hurghada ab, von wir unser Rückflug startete.

Abschließend noch ein paar Worte zur MV Dreams: Das Boot ist für 16 Taucher ausgelegt, in unserer Woche war es mit 13 Tauchern nicht komplett ausgebucht. Platz ist auf dem Boot ausreichend, auf dem überdachten Oberdeck gibt es reichlich Sitzgelegenheiten, auf dem Sonnendeck finden allerdings kaum mehr als 6 Personen Platz. Etwas eng ist es zuweilen auf dem unteren Deck beim Vorbereiten und Anlegen der Tauchausrüstung, dafür ist die eigentliche Tauchplattform wiederum etwas großzügiger gehalten. Es gibt zwei Zodiacs, die auch regelmäßig eingesetzt wurden. Die Kabinen sind unterschiedlich groß und teilweise mit einzelnen Betten nebeneinander und teilweise mit Etagenbetten ausgestattet. Die meisten Kabinen sind unter Deck, einige seitlich im Oberdeck. Alle Kabinen sind ausreichend groß, haben ein eigenes Bad und separat regelbare Klimaanlagen. Das Boot war insgesamt sauber.
Etwas unschön lief im Vorfeld die Buchung über Extratour ab: Einem Pärchen, das vom Reisevertrag zurücktrat, wurden zunächst massiv überhöhte Stornokosten abverlangt und erst nach mehreren unerfreulichen Telefonaten und Einschalten eines Anwaltes die regulären Stornokosten laut Reisevertrag berechnet. Lange nach Abschluss des Reisevertrages änderte Extratour die Geschäftsbedingungen und stellte jedem Reisenden rückwirkend eine Rechnung in Höhe von 15 Euro für das Einreisevisum aus, das vor Ort nur 10 US-Dollar kostet. Telefonische Anfragen, ob das Visum nicht vor Ort erworben werden könne, wurden sehr unfreundlich und natürlich ablehnend beantwortet. Die Vorabinformationen über die Kosten für Nitrox-Flaschenfüllungen entspreche nicht den tatsächlichen Preisen.

Fazit: Trotzdem, dank der Bootscrew, ein sehr schöner Urlaub, die Dreams ist zu empfehlen.

Schauen Sie sich die aktuellen Bilder und auch die Bilder von St. Johns aus 2006 an.

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