Mit dem Tauchclub an der Italienischen Riviera




Vom 16.6. bis 23.6.07 verbrachten wir mit unserem Tauchclub "TSC Die Seepferdchen Mainz-Kastel e.V." die alljährliche Clubfahrt in Spottorno in der Nähe von Savona an der Italienischen Riviera. Als Unterkunft hatten wir dieses Mal die rustikale Variante Campingplatz gewählt. Untergekommen sind wir bei Camping Leo, einem kleinen, aber sauberen Campingplatz mit ca. 10 min Fußweg zum Strand von Spottorno. Die Stellplätze sind mit Strom ausgestattet, allerdings gibt keine abschließbaren Kühlfächer, sondern nur eine eher kleine Kühltruhe für Kühlaggregate, so dass sich evtl. die Mitnahme eines Kühlschrankes empfiehlt.

Hafen von Savona

Getaucht sind wir mit Le Cavallette-Diving aus Savona. Paolo und seine Assistentin Rossella boten uns einen sehr individuellen Service, was natürlich dadurch erleichtert wurde, dass wir als Gruppe von 8 Personen anreisten und das Boot für uns alleine hatten. Am ersten Tag fuhren wir mit dem Auto von Spottorno nach Savona, wo wir im Hafen das Tauchzeug auf das Boot verluden. In den Folgetagen holte uns Paolo immer mit dem Zodiac am Strand von Spottorno ab, das Tauchzeug blieb auf dem Boot. Am letzten Tag fuhren wir wieder mit Auto nach Savona, um nach den Tauchgängen unser Tauchzeug wieder einzupacken. Spottorno selbst hat keinen Hafen, so dass dieser Umweg zum Verladen des Tauchzeugs nicht zu umgehen ist, will man nicht in Savona übernachten.
Das Tauchen findet in der Regel als Tagesausfahrt statt mit einem Tauchgang am Vormittag, einem Mittagessen und einem Tauchgang am Nachmittag, wobei Paolo auch hier sehr flexibel ist und Abfahrtzeiten und Essenzeiten an die Wünsche seiner Gäste anpasst. Auch Nachtauchgänge werden auch Wunsch durchgeführt.

Ein Teil der "Seepferdchen"

Die Tauchgänge werden grundsätzlich von einem Tauchlehrer begleitet, und Paolo legte großen Wert darauf, dass in der Gruppe getaucht wird. Der Grund dafür sei, dass in Italien immer der Tauchlehrer für Unfälle haftbar gemacht werde, auch wenn er eine Gruppe nicht selbst begleitet habe, da dieser der Gesamtverantwortliche sei. Dies gelte auch, wenn erfahrene brevetierte Taucher als Buddy-Team tauchen. Die Italienische Rechtsprechung lege dies sehr eng aus, und dies sei in allen italienischen Tauchbasen so üblich. Da wir von der taucherischen Erfahrung unserer Gruppe her sehr heterogen waren (4 erfahrene Taucher mit mehreren Hundert TG, zwei Taucher mit um die Hundert TG, eine relativ frisch brevetierte und eine ganz frisch brevetierte Taucherin), wollten wir natürlich nicht immer als große Gruppe tauchen, zumal es bekanntermaßen in kleinen Gruppen ohnehin angenehmer ist zu tauchen (v.a. wenn man dann auch noch fotografiert). Paolo stimmte schließlich zu, die erfahrenen Taucher auch mal ohne Guide tauchen zu lassen, nachdem sie einen Haftungsausschluss, der weit über den z.B. von PADI bekannten (in Europa aber nicht zugelassenen) hinausging, unterschrieben hatten. Dennoch tauchten wir öfter als Gruppe zusammen, und teilweise ließ ich auch die Kamera aus dem Wasser, z.B. wenn ich in der Ausbildung assistierte (neben dem OWD- führten wir auch noch einen AOWD-Kurs durch).

Isola de Bergeggi

Natürlich orientierte sich auch die Auswahl der Tauchplätze an der Erfahrung unserer Gruppe. Die meisten Tauchgänge haben wir an der Isola de Bergeggi gemacht, einer kleinen, der Küste unmittelbar vorgelagerten Insel. Die Insel ist ein geschützter Marinepark; um die Insel herum gibt es drei Bojen, an denen maximal drei Boote gleichzeitig festmachen dürfen. So ist gewährleistet, dass nicht zu viele Taucher auf einmal die Insel betauchen. Es gibt drei Tauchplätze an der Insel, nämlich Pifferaio, Canalone und Franata. Unter Wasser zeigt sich die Mittelmeer-typische Flora und Fauna, der Fels der Insel mit seinen Spalten geht in einer Tiefe von 15 – 30 m in sanft abfallenden Sandgrund über. An größeren Lebewesen sahen wir recht viele Conger, Mittelmeermuränen und Octopusse, im Makrobereich haben mich v.a. die Fadenschnecken, die mir am Tauchplatz Canalone am zahlreichsten schienen, begeistert. Andere Nacktschnecken wie die Dreifarbige Sternschnecke und die Leopardschnecke waren insgesamt häufig. Auch Drachenköpfe verschiedener Art waren zahlreich vorhanden. Die Sicht betrug zwischen 10 und 20 m, die Wassertemperatur um 20°C. An Pifferaio machten wir auch einen Nachttauchgang, bei dem wir vor allem viele große Einsiedlerkrebse sahen.

Violette Fadenschnecke

Einmal betauchten wir den etwas weiter westlich gelegenen Tauchplatz Capo Noli. Dieser Platz ist von seiner Struktur her eher unspektakulär, es handelt es sich um karg bewachsenen leicht abfallenden Meeresgrund, den wir in Tiefen zwischen 10 und 30 m betaucht haben. Zwei Dinge machen den Reiz dieses Tauchplatzes aus: zum einen, dass man hier relativ häufig Heringskönige sehen soll (dieses Glück war uns nicht zu Teil, allerdings sahen wir einen Knurrhahn, der leider sehr scheu war und rasch von dannen "flog""), zum anderen ragen zwischen den Algen, die den Meeresboden bedecken, immer wieder Korallen wie die Kleine und Große Meerhand hervor, und es gibt farbenprächtige Zylinderrosen in großer Zahl.
Eher östlich der Isola de Bergeggi Richtung Savona liegen verschiedene Untiefen, von denen wir zwei betauchten: Magazzina und Secca di Ninni. Diese Plätze sind nur bedingt anfängertauglich, da sie erst in Tiefen zwischen 20 und 25 m beginnen und der Abstieg bei relativ starker Strömung am Ankerseil erfolgen muss. Entsprechend sind auch die Nullzeiten v.a. bei Wiederholungstauchgängen eher kurz. Dennoch lohnen die Plätze einen Besuch, wir sahen viele große Drachenköpfe, Conger und Mittelmeermuränen.

Die italienische Riviera hat allerdings noch mehr zu bieten, so das Wrack der Amoco Milford Haven, die in 32-89m Tiefe 40min von Savona entfernt liegt. Das Wrack ist 300m lang und zählt zu einem der schönsten des Mittelmeeres. Als der Öltanker 1991 sank, kam es zu einer Ölpest schlimmsten Ausmaßes an der italienischen Mittelmeerküste. Betaucht haben wir dieses Wrack aufgrund des Wetters und der unterschiedlichen Taucherfahrung in unserer Gruppe allerdings nicht.

Nach dieser natürlich zu kurzen Woche musste ich feststellen, das Mittelmeer ist immer wieder eine Reise wert und eine schöne Abwechselung zu Ägypten, Malediven und co.

Schauen Sie sich die Bilder aus Savona an. Von frühreren Reisen habe ich Bilder von Ibiza und Mallorca mitgebracht.

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