Holland 2007




Pumpstation am Tauchplatz "Het Gemaal van Dreischor"

Die alljährliche Fahrt nach Holland fand dieses Mal vom 04. bis 08.07. statt. Wir starteten schon am Mittwoch, um einen Tag mehr Zeit zu haben, und erreichten Zeeland Mittwoch Nacht, so dass uns drei komplette Tage zum Tauchen zur Verfügung standen plus der traditionelle Abschlusstauchgang Sonntag Früh. Angesichts der Großwetterlage waren wir mit dem Wetter in Holland recht zufrieden. Auf der Hinfahrt regnete es zwar fast in einer Tour, aber in Holland hatten wir dann sogar überwiegend Sonne. Lediglich der Freitag war etwas ungemütlich, da es mit 6-7 Windstärken schon richtig stürmisch war.
Wie immer wählten wir als ersten Tauchplatz die Pumpstation in Dreischor ("Het Gemaal van Dreischor") aus. Angenehm überrascht waren wir von den Sichtweiten, die bei 3-4 m lagen. Allerdings betrug die Wassertemperatur dieses Jahr nur 18C, sonst war es immer etwa 2C wärmer gewesen. Ansonsten präsentierte sich die Unterwasserwelt wie gewohnt mit vielen Hummern, diversen Krebsen, Garnelen und Schwarzgrundeln. Begeistert waren wir von einigen Nacktschnecken (Grüne Samtschnecken) und Seenadeln. Da der erste Tauchgang uns so gut gefallen hatte, machten wir gleich noch einen zweiten an der Pumpstation, wobei wir uns dabei die Pumpstation selbst vornahmen und im Flachwasserbereich (2-3 m Tiefe) einige Weitwinkelaufnahmen schossen, was allerdings durch die auch bei den recht guten Sichtweiten reichlich vorhandenen Schwebeteilchen nur mäßige Ergebnisse erbrachte.

Ungefähre Lage des Wrack in Scharendijke neben der rechten Mole

Beim dritten Tauchgang des Tages statteten wir dem Wrack an der Mole in Scharendijke einen Besuch ab. Wie immer war die Sicht hier deutlich schlechter als in Dreischor, wenngleich nicht ganz so hoffnungslos wie im Vorjahr. Am tiefsten Punkt des Wracks stießen wir auf eine Gruppe Franzosendorsche, die allerdings sehr scheu waren und sich immer wieder schnell in das Wrack zurückzogen. Das nebenstehende Foto markiert die Lage des Wracks neben der 2. (rechten) Mole, einen genauen Lageplan enthält der Reisebericht aus dem Vorjahr.
Am nächsten Tag hatten wir uns für den ersten Tauchgang die Oosterschelde vorgenommen. Um unabhängig von den Gezeiten tauchen zu können, fuhren wir nach Bruinisse, das so weit von der Nordsee entfernt liegt, dass sich die Gezeiten hier nicht mehr deutlich bemerkbar machen. Aufgrund des Sturmes hatten wir dennoch eine leichte Strömung parallel zur Küste vom offenen Meer kommend, und die Sicht unter Wasser war schlecht. Das Fotografieren war sehr schwierig, da ich selbst durch meinen Sucher kaum etwas erkennen konnte. Tatsächlich fanden wir hier aber wie gewohnt Anemonen-Gespensterkrabben und Seenadeln.

Einstieg zum Tauchplatz bei Bruinisse

Etwas Probleme hatten wir beim Ausstieg, da der Wind noch weiter aufgefrischt hatte. Der Ein- bzw. Ausstieg liegt im Flachwasserbereich und erlaubt eigentlich einen sehr bequemen Zugang, der üblicherweise sogar für Behindertentauchen genutzt wird und zu Beginn des Tauchganges noch problemlos zugänglich war. Inzwischen wurde er jedoch von vielleicht etwas mehr als einen halben Meter hohen Wellen umspült, die ein Aufstehen im dort flachen Wasser nahezu unmöglich machten. Man musste sogar aufpassen, dass man sich nicht die Hände an den sehr scharfkantigen Austern schnitt, die dort überall zwischen den Felsen sitzen. Wir wählten daher einen alternativen Ausstieg, indem wir einfach am Deich das Wasser verließen, und nicht am an der kleinen Landzunge gelegenen eigentlichen Ein- und Ausstieg (s. Markierung auf dem nebenstehenden Foto). Da wir nach dem etwas unbequemen Ende des Tauchganges und der ohnehin schlechten Sicht keine Lust auf einen zweiten Tauchgang in Bruinisse verspürten und wir uns ausrechneten, in Dreischor auf vom Wind her bessere Bedingungen zu treffen, da der Deich bei der vorherrschenden Windrichtung eigentlich den Tauchplatz abschirmen sollte, machten wir uns auf den Weg dorthin. Und unsere Rechnung ging auf, wir hatten einen weiteren wunderschönen Tauchgang an Het Gemaal.

Boje zur Markierung der Reefballs an der linken Mole

Am Samstag war das Wetter zwar geradezu fantastisch, aber wir waren dennoch aufgrund der Erfahrungen vom Vortage wenig experimentierfreudig und starteten also wieder gen Dreischor, wobei wir aufgrund des Wochenendes etwas skeptisch waren, ob wir dort noch einen Parkplatz bekommen würden, da es dort an den Wochenenden erfahrungsgemäß sehr voll ist. War es erstaunlicherweise nicht, und wir machten dort zwei weiteren tolle Tauchgänge. So war Het Gemaal van Dreischor offenbar inzwischen zu unserem Lieblingsspot in Zeeland avanciert, sonst hätten wir dort kaum 5 Tauchgänge in 3 Tagen gemacht. Nun hatten wir aber dennoch Lust auf eine kleine Abwechselung und machten uns auf den Weg nach Scharendijke, um an den Reefballs zu tauchen. Auch hier war die Sicht besser als in den Vorjahren, und wir entdeckten neben den üblicherweise im künstlichen Riff oft anzutreffenden Taschenkrebsen im Sand neben den zahlreich vertretenen Kleinen Felsgarnelen (Palaemon elegans) auch Nordseegarnelen (Crangon crangon), Ostseegarnelen (Palaemon adspersus) und Gewöhnliche Felsengarnelen (Palaemon serratus). Die nebenstehende Abbildung zeigt die Lage der Reefballs, die mit einer Boje markiert sind. Auch auf der Scharendijke-Karte ist die Lage der Reefballs verzeichnet.

Fußweg zum Einstieg des Tauchplatzes am Prekhil-Polder

Den letzten Tauchgang am Sonntag machten wir traditionell in Preekhil. Dieses Mal wurden wir für den langen Fußmarsch nicht ganz so entschädigt wie erwartet. Zwar war die Sicht mit 2-3 m immerhin mittelmäßig, aber die sonst hier zahlreicher als an anderen Plätzen vorhandene Fauna schien sich heute zu verstecken. Nach dem langen Fußweg stärkten wir uns mit einem reichhaltigen Frühstück am Nordseestrand und traten danach die Heimreise an. Es war wieder ein sehr schönes Wochenende gewesen.

Zu den Holland-Bildern geht es hier.

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