Wieder in Holland!




Anemonen-Gespenster-Krabbe Seenelke

Die alljährliche Fahrt nach Holland ans Grevelinger Meer fand dieses Jahr vom 10. bis 13. August statt. Wie auch im letzten Jahr starteten wir gegen 18.00 Uhr in Wiesbaden, erreichten kurz nach Mitternacht das Grevelinger Meer und übernachteten in Dreischor, um am nächsten Morgen gleich am Tauchplatz „Het Gemaal“ (die Pumpstation in Dreischor) den ersten Tauchgang zu unternehmen.
Aufgrund des schlechten Wetters der letzten Wochen war die Sicht unter Wasser leider sehr schlecht. Dies war nun mein 6. Besuch am Grevelinger Meer, und so mager hatte ich die Sichtweiten noch nie erlebt, sie betrugen vielleicht einen halben Meter, stellenweise auch mal einen Meter, und Schwebeteilchen ohne Ende. Ansonsten präsentierte sich die Unterwasserwelt an Dreischor in der gewohnten Artenvielfalt und Fülle, es war trotzdem ein schöner Tauchgang. Daher beschlossen wir, da wir nach einer Stunde beide noch über 100 bar Flaschendruck hatten, auch den 2. Tauchgang an Het Gemaal zu machen, zumal wir den Tauchplatz ganz für uns alleine hatten und die Sichtweiten an anderen Tauchplätzen nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre eher schlechter sein würden.
Für den 3. Tauchgang des Tages hatten wir uns für Den Osse entschieden. Zum Flaschenfüllen fuhren wir zur Abwechselung mal nach Brouwershaven, ein überraschend malerisches Dörfchen auf dem Weg von Dreischor nach Scharendijke, in dem es auch ein Tauchcenter geben sollte, das wir allerdings noch nicht kannten. Die Tauchbasis „Dolphin“ am Markt fanden wir aber ohne Probleme, und die Flaschen waren auch schnell wieder gefüllt. Was es in der Tauchbasis in Brouwershaven im Gegensatz zu denen in Scharendijke nicht gibt, ist ein 24-Stunden-Flaschen-Füllautomat.
Der Tauchgang in Den Osse war dann ziemlich durchschnittlich, die Sichtweiten waren so schlecht, dass teilweise die Instrumente kaum abzulesen waren. Zuvor hatte es aber ziemlich heftig geregnet, beim Verlassen der Tauchbasis in Brouwershaven hatte der Marktplatz mehrere Zentimeter unter Wasser gestanden. Zum Glück regnete es abends nicht mehr, so dass wir auf dem Campingplatz „De Grevelingen“ den Abend gemütlich am Grill ausklingen lassen konnten.

Umziehen im Regen bei Bruinisse

Auf der Suche nach besseren Sichtweiten versuchten wir unser Glück auf Empfehlung der Tauchbasis De Grevelingen am folgenden Tag in der Oosterschelde. Um unabhängig von den Gezeiten tauchen zu können, fuhren wir nach Bruinisse, ein Dorf, welches recht weit im Landesinneren nicht weit vom Damm zwischen Grevelinger Meer und Oosterschelde liegt. Hier gibt es einen Tauchplatz am Zuidweg, der auch an diesem Tag von einigen anderen Tauchern aus Holland und Belgien frequentiert wurde. Wieder goss es in Strömen, und die Sicht war auch hier leider keine Offenbarung, das Fotografieren aufgrund der Schwebeteilchen beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Zumindest sahen wir unter Wasser - dank der schlechten Sicht? – keine anderen Taucher. Dafür gab es eine Menge zu sehen. Wir entdeckten viele Gespensterkrabben, mehrere Seenadeln und den gestreiften Leierfisch, und den ich bis dato noch nie gesehen hatte.
Mangels besserer Alternativen, noch halb voller Flaschen und der doch ziemlich interessanten Fauna fand auch der 2. Tauchgang am Samstag in Bruinisse am selben Platz statt. Die Auswirkungen der Gezeiten hielten sich tatsächlich in Grenzen. Während des 1. Tauchgangs hatten wir ablaufendes Wasser gehabt, während des 2. Tauchgangs auflaufendes Wasser, aber die Strömung war sehr moderat. Der Tauchplatz in Bruinisse ist über den Deich leicht zugänglich, wir sahen sogar einige Taucher mit Rollstühlen.

Den 3. Tauchgang wollten wir in Scharendijke machen. Dieses Jahr hatten wir uns vorgenommen, das Wrack einmal zu suchen. Wir erkundigten uns vorher nochmals im Tauchzentrum „De Kabbelaar“ im Hafen nach der genauen Lage und gingen entsprechend der Empfehlung rechts von der 2. Mole (der näher an der Hafeneinfahrt gelegenen) etwas links von einer kleinen Landzunge ins Wasser und hielten uns etwa parallel zur Mole (entsprechend einer Kompasspeilung von ca. 345°).



Tatsächlich stießen wir (allerdings erst beim 2. Anlauf, was bei den schlechten Sichtweiten kein so großes Wunder war, beim 1. Versuch konnten wir nur ganz knapp links vorbeigetaucht sein) auf das Wrack, das in 5m liegt und sehr schön bewachsen ist. Wir sahen große Taschenkrebse und Hummer, einen Seeskorpion und Seenadeln.

Tauchsafariboot bei Preekhil

Unseren letzten Tauchgang in Holland für dieses Jahr machten wir am Sonntag in Preekhil. Überrascht waren wir, als wir nach dem 10-15-minütigen Spaziergang über den Polder 3 Safariboote an diesem Tauchplatz liegen sahen. Glücklicherweise waren offenbar alle Taucher gerade aus dem Wasser an Bord zurückgegehrt, so dass wir den Tauchplatz für diesen (übrigens meinen 500.!) Tauchgang alleine hatten. Auch hier konnten aber die Sichtweiten nicht mit den üblicherweise anzutreffenden mithalten. Wie immer gab es aber etliche stattliche Hummer.
Nach dem traditionellen Frühstück am Nordseestrand bei am Sonntag endlich doch noch mal bestem Wetter ging es auf die Heimreise nach Wiesbaden.

Grevelinger Meer, wir kommen wieder!

(Für weitere Informationen zu den in diesem Bericht nicht näher beschriebenen Tauchplätzen lesen Sie auch meinen Tauchbericht über Tauchen in Holland aus dem Vorjahr .)

Zu den Holland-Bildern geht es hier.

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