Wochenende am Grevelinger Meer


t Gemaal Dreischor Blick vom Deich auf das Grevelinger Meer

Vom 8.9. bis 11.9.05 fand er also wieder statt, der alljährliche Trip nach Scharendijke am Grevelinger Meer in Holland.
Die neuen Bilder gibt es ab sofort auf der Holland-Seite zu sehen.
Im folgenden ein kleiner Reisebericht:



Nachdem wir am Donnerstag gegen 17.45 Uhr in Wiesbaden losgefahren waren, erreichten wir nach ca. 470 km und etwa 6 Stunden Fahrt im Camper das Gebiet Schouwen-Duiveland. Den ersten Tauchgang machten wir Freitag morgen in Dreischor an einem Platz namens "t Gemaal".

Pfähle der Pumpstation unter Wasser

Hier steht eine der Pumpstationen, die überschüssiges Wasser aus dem unterhalb des Meeresspiegels gelegenen Gebietes zurück ins Grevelinger Meer pumpt. Der Tauchplatz ist einer der schönsten auf Schouwen-Duiveland, weshalb der Andrang oft groß ist, aber Freitag morgen hatten wir Glück.


Man taucht vom Einstieg, den man nach wenigen Schritten vom Parkplatz über den Deich erreicht, entlang des Deiches zu den Pfählen gegenüber der Pumpstation. Es wimmelt von Krabben, Grundeln, Garnelen, Strandrosen, Seesternen, Austern, Plattfischen, und unter beinahe jedem 2. Stein sitzt ein Hummer. Zwischen den Pfählen tummeln sich Ährenfische. Auch mit der Sicht haben wir Glück, oft ist es nur ein Meter, aber heute sind es sicher 5 Meter, die wir sehen können. Gut für Fotos! Übrigens steht an fast jedem Tauchplatz ein Schild mit Angaben zur Unterwasserfauna.

Hinweisschild am Tauchplatz t Gemaal

Für den zweiten Tauchgang planen wir Den Osse ein, ein kleiner Ort kurz vor Scharendijke. Der Tauchplatz ist über Wasser ähnlich wie in Dreischor, auch hier liegt der Parkplatz direkt am Deich, und es sind nur wenige Schritte über den Deich ins Wasser. Nach dem Tauchgang sind die beiden Dixi-Toiletten aufgrund der Taucherdiurese gut besucht, und zur Stärkung lädt hier eine Frittenbude ein. Unter Wasser allerdings kann Den Osse trotz der vor einigen Jahren installierten Reefballs, die inzwischen gut bewachsen sind, mit Dreischor nicht mithalten. Die Sicht ist oft schlecht - auch heute können wir gerade einen Meter weit sehen - und es ist einfach nicht so viel los unter Wasser.


übersichtskarte Schouwen-Duiveland, Tauchplätze rot markiert

Weiter gehts nach Scharendijke, dem vielleicht bekanntesten Tauchplatz auf Schouwen-Duiveland, was sicher nicht zuletzt an dem im Hafen von Scharendijke errichteten Tauchzentrum "De Kabbelaar" liegt. Das Tauchzentrum beherbergt einen Tauchshop, zweckmäßig eingerichtete Unterkünfte zu fairen Preisen, eine 24h-Flaschenfüllanlage und liegt direkt hinter dem Deich an den beiden Tauchplätzen von Scharendijke. Besonderes Bonbon für die Gäste des Taucherhotels: man spaziert nach dem Tauchgang mit einem Schlüssel direkt durch eine Schiebetür in den Umkleide- und Duschbereich und kann sich im Warmen und Trockenen umziehen. Auf diesen Service müssen wir leider verzichten, da wir mit dem Camper unterwegs sind, aber das Wetter meint es gut mit uns, die Sonne scheint, und es sind 24C.

Von den beiden Tauchplätzen suchen wir uns den weiter westlich (links) gelegenen aus. Vom Parkplatz im Hafen (hier gebührenpflichtig bis 18.00 Uhr, Achtung: Kontrollen!) sind es wieder nur ein paar Schritte über den Deich. Unter Wasser taucht man ein kleines Stück durch recht flaches Wasser (3-4 m) über mit Strandrosen bewachsenen Sandgrund oder legt diese Strecke schwimmend an der Oberfläche zurück, bis man die Boje erreicht, die den Beginn der auch hier installierten Reef-Balls markiert. Die Sicht ist wie meistens in Scharendijke (wahrscheinlich aufgrund der nahegelegenen Hafeneinfahrt) schlecht (unter 1 Meter), aber an den Reefballs tummeln sich ausgewachsene Krabben. Zurück geht es wieder über den den langsam ansteigenden Sandgrund, immer wieder sehen wir Plattfische und auch mal einen Aal, der schnell unter grünem Seetang Zuflucht sucht.

Hinweisschild am Tauchplatz Scharendijke Reefball in Scharendijke mit Befestigung der Boje

Der weiter östlich näher an der Hafeneinfahrt gelegene Tauchplatz, den man von der zweiten Mole aus betaucht, bietet ab ca. 7 m Tiefe ein kleines schön bewachsenes Wrack eines Kohleschleppers. Wir haben nach 3 Tauchgängen jedoch für heute genug und verschieben das Wrack auf ein anderes Mal.

Den folgenden Tag wollen wir wieder bei t Gemaal in Dreischor beginnen, aber keine Chance: der Parkplatz ist voll. Es ist Samstag. Also Plan B: Dreischor hat noch einen zweiten Tauchplatz zu bieten, an dem man auf dem Weg zu t Gemaal vorbeifährt. Der Weg zur Pumpstation läuft zunächst direkt auf den Deich zu, um dann unmittelbar vor dem Deich nach rechts abzubiegen und entlang des Deiches weiterzuführen. Genau an der Kurve liegt links ein weiterer Parkplatz, von dem aus man über den Deich an den zweiten Tauchplatz von Dreischor gelangt. Auch hier haben sich schon einige Aquanauten eingefunden, aber der Parkplatz ist größer, so dass auch wir noch einen Platz finden. Unter Wasser geht trotz des großen Andrangs alles ganz gesittet zu. Wir treffen während des gesamten Tauchgangs nur einmal auf ein anderes Buddyteam.

Dies trifft eigentlich auf alle Tauchplätze am Grevelinger Meer zu, auch am Wochenende wird es unter Wasser nicht zu eng. Etwas anders verhält es sich, wenn man auf der anderen (Süd-)seite von Schouwen-Duiveland in der Oosterschelde tauchen geht. Hier ist das Tauchen anders als im Grevelinger Meer stark gezeitenabhängig und nur von ca. eine halbe Stunde vor bis eine halbe Stunde nach Hochwasser ratsam, was zur Folge hat, dass sich z.B. an der Seelandbrücke zumindest an Wochenenden eine halbe Stunde vor Hochwasser Heerscharen von Tauchern gemeinsam ins Wasser stürzen, was unter Wasser zuweilen zu Engpässen führt. Die Oosterschelde lassen wir daher dieses Jahr aus.

Hinweisschild auf dem Preekhilpolder

Hummerspaziergang

Frühstück am Nordseestrand

Doch zurück nach Dreischor. Hier betauchen wir nicht die Reefballs, die auch hier vor einigen Jahren versenkt wurden, sondern wenden uns lieber der seewärts gelegenen Deichkante Richtung Westen ("linke Schulter") zu, die auch hier schön bewachsen und von reichlich Hummern, Krabben, Garnelen, Seesternen und Grundeln bewohnt ist. Auch über die Sicht können wir uns nicht beklagen.

Nach dem ersten Tauchgang versuchen wir unser Glück noch mal bei t Gemaal. Der Parkplatz ist nun deutlich leerer, und wir machen einen schönen zweiten Tauchgang an der Pumpstation.

Den letzten Tauchgang des Tages machen wir an unserem Favoriten auf Schouwen-Diuveland. Preekhil liegt auf dem schmalen Streifen Land, einer Art Damm, zwischen Nordsee und Grevelinger Meer. Der Tauchplatz ist nicht so bekannt wie die anderen Plätze und trägt auch nicht das übliche Hinweisschild mit den Sehenswürdigkeiten unter Wasser, sondern eine eher auf Wanderer und Radfahrer zugeschnittene Tafel.

Dennoch handelt es sich auch nach Auskunft der Tauchbasis "De Grevelingen" in Scharendijke (auf deren angeschlossenem Campingplatz wir übrigens auch nachts unseren Camper abgestellt haben, und wo es auch eine 24h-Flaschenfüllanlage gibt) um einen offiziellen und erlaubten Tauchplatz. Was uns etwas irritiert hat und der eigentliche Grund für die Nachfrage war, ist die Tatsache, dass neuerdings eine Fahrwasserbegrenzungstonne sehr nah am Ufer steht und sich der Tauchplatz somit eigentlich im Fahrwasser befindet; auftauchen sollte man also nur in der Nähe des Ufers.

Der Popularität dieses Platzes ebenfalls etwas abträglich ist der vergleichsweise lange Marsch auf dem Deich bis zum Einstieg, es sind ein paar hundert Meter, die sich aber lohnen. Die Landschaft unter Wasser ist abwechselungsreicher, man taucht nicht nur entlang des Deiches, sondern alles ist etwas weitläfiger, und es gibt noch mehr Leben als selbst an Dreischor. Während an den anderen Plätzen die Hummer meist in ihren Verstecken hocken, kommt es hier oft vor, dass sie frei über den Schlickgrund spazieren. Auf dem Rückweg über den Deich schimpfen wir zwar wieder über die Entfernung zum Parkplatz, beschließen aber auch gleich, den letzten Tauchgang in Holland für dieses Jahr am nächsten Tag wieder an Preekhil zu machen.

So machen wir also Sonntag morgen unseren siebten und für dieses Jahr letzten Tauchgang in Holland wieder an Preekhil und treten nach einem Frühstück am Nordseestrand die Heimfahrt an.

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