Neues aus heimischen Gefilden: Der Edersee



Einstieg "Eiche" zum Tauchplatz 1 ("Berich") Einstieg zum Tauchplatz 2 ("Sitte")


Mitte Juli verbrachten wir ein Wochenende mit dem TSC Seepferdchen am Edersee. Natürlich hatten wir alle schon viel gehört oder gelesen über das Tauchen im Edersee, aber keiner von uns hatte ihn bislang betaucht. Gespannt waren wir auf die Überreste des versunkenen Dorfes Berich, eine Abwechselung zu Flussbarsch und co., die es in anderen Seen eben nicht zu sehen gibt.
Es gibt 2 Tauchplätze mit jeweils mehreren Einstiegen am Edersee, die mit Schildern markiert sind. Ebenso sind die Tauchzonen per Bojen auf dem See markiert, so dass das Mitnehmen einer Taucherboje während des Tauchganges nicht erforderlich ist. Das Tauchen im Edersee ist ganzjährig ohne Voranmeldung gestattet.

Da der Tauchplatz 2 ("Sitte") die besseren Sichtweiten und größeren Fischreichtum aufweisen soll, wählten wir diesen Freitag Abend als ersten Tauchplatz. Vom großen Parkplatz aus erreicht man über eine Treppe bequem den Tauchplatz. Man hatte bereits damit begonnen, Wasser aus dem Stausee abzulassen, so dass der aktuelle Wasserstand etwa 4m unter Vollstau lag. Dass sich dies auf die Sichtweiten auswirkt, erkannten wir unter Wasser rasch, denn diese betrugen nur einen halben bis etwa 1,5 Meter. Leider erwies sich auch unsere Hoffnung, in etwa 15-17 m Tiefe auf einen Sprungschicht zu treffen mit besserer Sicht darunter als unbegründet. Auch der Fischreichtum verdiente diese Bezeichnung eher nicht, sahen wir doch lediglich ein paar Flussbarsche und schemenhaft einen kleinen Hecht. Bewuchs gibt es im Edersee wie in den meisten Stauseen praktisch nicht. Einzig ein Baumstumpf gab ein akzeptables Fotoobjekt ab, wobei die Qualität der Bilder ohnehin durch die Sichtweiten limitiert war.

Blick über die Tauchzone "Berich" vom Einstieg 
"Eiche" hinüber zum Einstieg "Denkmal"

Erwartungsvoll machten uns wir uns am nächsten Tag vom Einstieg "Eiche" am Tauchplatz 1 ("Berich") aus daran, die Überreste des überschwemmten Dorfes zu suchen. Dies gestaltete sich aufgrund der hier noch schlechteren Sichtweiten schwierig, so dass es zwei Tauchgänge brauchte, bis wir auf die Klostermauer stießen. In der Mauer wartete ein Aal auf uns, und in einem Einschnitt über der Mauer stand ein kapitaler Hecht. Auf dem Weg zur Mauer in nur etwa 11 Metern Tiefe wähnte ich mich einem Tiefenrausch nahe, tauchte rechts von mir doch plötzlich wie aus dem Nichts (kein Wunder bei der Dunkelheit und miserablen Sicht) eine Meerjungfrau auf!
Etwas skeptisch aufgrund der Erfahrungen des Vortages planten wir für Sonntag, den Brückenbogen zu betauchen. Da es am Einstieg "Eiche" zwar nur wenige Parkplätze gibt und am Sonntag tatsächlich etwas Entgegenkommen anderer Taucher nötig war, um unsere Autos unterzubringen, aber der Einstieg hier wesentlich leichter erreichbar ist als der am "Denkmal", tauchten wir wieder von der Eiche aus. Dank des Tipps eines anderen Tauchers, bei einem Wasserstand von inzwischen 7 Metern unter Vollstau von der Eiche einen 130°-Kurs bis zur Tiefenlinie von 22 Metern zu tauchen und dann dieser Tiefenlinie zu folgen, trafen wir nach 15 min Tauchen wie durch finstere Nacht tatsächlich auf Anhieb den Brückenbogen und waren schon ein wenig beeindruckt. Ein fast schon gespenstischer Anblick, in der Dunkelheit dieses immer noch mächtige Bauwerk zu sehen. Der Brückenbogen ist sicher einen Tauchgang wert, allerdings ist es unter Einhaltung der Nullzeit und mit nur einer Pressluftflasche kaum möglich, den Tauchgang mit einem Besuch des Dorfes Berich selbst zu kombinieren, so dass man außer der Brücke nichts anderes zu Gesicht bekommt.
Weitere Informationen zum Edersee gibt es auf den Internetseiten der ortansässigen Tauchbasen Tauchbasis Edersee, Tauchschule Horst Schmalz und Tauchsport Ronic, alle in Waldeck in der Nähe der Tauchzonen. Hier ist natürlich auch das Füllen der Flaschen möglich. Eine aus meiner Sicht besonders gute Beschreibung verschiedener möglicher Tauchrouten gibt es auf der Seite der Tauchbasis Edersee.

Sehen Sie sich die Bilder vom Edersee sowie die Bilder aus anderen deutschen Seen an.


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